Erfahrene Experten – wir münzen Know How in Effizienz um: Seit 25 Jahren führen wir erfolgreich Grabungen durch, in denen wir das gesamte Spektrum archäologischer Arbeiten abdecken. In über 2500 abgeschlossenen Projekten haben wir seitdem Erfahrungen gesammelt.

Durchschnittlich bringen wir etwa 200 Projekte im Jahr zum Abschluss. Unsere Wissenschaftler betreuen Grabungen im historischen Stadtkern genauso wie im Feld. Für jeden besonderen Fall stehen unsere Spezialisten und moderne Technologien bereit. Dabei arbeiten wir genauso professionell mit Bauherren, Denkmalpflegebehörden und Planungsbüros zusammen. Hier finden Sie einige Projekte, die wir in den vergangenen Jahren durchgeführt haben.

Willibaldsburg Eichstätt

Eine Verbesserung der Besucherinfrastruktur ist das Ziel. Seit Anfang 2020 zieht das in der Eichstätter Willibaldsburg umfangreiche Sanierungsmaßnahmen nach sich. Ein interessantes Projekt, blickt die Burg doch auf eine ereignisreiche Historie zurück, deren Spuren es mit jeder weiteren baulichen Maßnahme zu entdecken und zu dokumentieren gilt, bevor sie unwiederbringlich verloren sind.

Zwar befand sich der erste Eichstätter Bischofssitz seit seiner Gründung im 8. Jahrhundert noch in der Altstadt neben dem Dom, mit dem Aussterben der Schutzgrafen von Hirschberg am Anfang des 14. Jahrhunderts übernahm jedoch der Bischof die militärische Sicherung des Bistums. Bischof Berthold von Zollern begann daher 1351/54 mit dem Ausbau der wehrhaften Residenz der Bischöfe von Eichstätt. Im 16. und 17. Jahrhundert fanden außerdem mehrere Modernisierungen, Aus- und Umbauten des repräsentativen Renaissanceschlosses statt. Die aktuelle Verlegung neuer Gas-, Wasser- und Elektroleitungen im Boden liefert nun vielfältige Einblicke in den geologischen Untergrund und die darin enthaltenen historischen Strukturen.

Als besonders interessant erweisen sich dabei Zeugnisse eines entwickelten Abwassersystems, das in der Nähe des Burggrabens an mehreren Stellen dokumentiert und näher erforscht werden konnte. Auf einer Fläche von ca. 300 m² wurde außerdem ein frühneuzeitliches Kellergewölbe vollständig freigelegt, dokumentiert und saniert. Untersuchungen ergaben dabei, dass das Kellersystem unter dem Schaumberghof nicht wie bisher angenommen, im 14. sondern im 16. Jahrhundert erbaut wurde. Ebenso konnte neben der Burgschänke ein flächiges Katzenkopfpflaster freigelegt werden, das ins 17. Jahrhundert datiert. Zum Einsatz kamen dabei unter anderem außenräumlich und innenräumlich Drohnen, um die teils komplexen Strukturen fotogrammetrisch zu dokumentieren.

Anteil der archäologischen Begleitung der Pro Arch Prospektion und Archäologie GmbH:

Zeitraum:seit Februar 2020 (Projekt dauert an)
Arbeiten:Begleitung des Oberbodenabtrags, archäologische Ausgrabungen, konservatorische Überdeckung, Beteiligung an der Koordination und Organisation der Außenarbeiten
Bearbeitete Gesamtfläche:bis jetzt ca. 2.7 ha (Leitungsgräben als auch flächige Bodeneingriffe mit mehreren 100 m²)
Grabungsteam:ca. 3 – 10 Personen
Zeitalter:Spätmittelalter, Neuzeit
Besonderheiten:Fast vollständig erhaltene Zugbrückenelemente, Ausgrabungen innerhalb des Torbaus mit erhaltenen Brückenschacht, über 1000 m² fotogrammetrisch dokumentierten Kopfsteinpflasters in den Höfen und im Keller, Untersuchungen des Abwasserwirtschaftsystems (Zisternen, Kanäle und Rinnen), Freilegung und Dokumentation der frühneuzeitlichen Kellergewölbe auf einer Fläche von ca. 300 m², Untersuchungen des Burggrabens, Fortführung der Bauforschung auf der Burganlage (auch mittels Mörtelprobenentnahmen)
Spezielle Methoden:Fotogrammmetrische Dokumentation komplexer Strukturen, teilweise mittels Drohne (außenräumlich und auch innenräumlich)
Organisatorische und wissenschaftliche Leitung:A.Steger

Baugebiet Seehof Süd

Was hier bei der Untersuchung eines neuen Baugebietes im südlich gelegenen Ingolstädter Ortsteil Seehof im Winter 2019/ 2020 entdeckt wurde, dürfte das Geschichtsbild des gesamten Ingolstädter Raumes nachhaltig bereichern. Knapp 500 vor- bis frühgeschichtliche Befunde, darunter Spuren einer Siedlung, möglicherweise mit einem kleinen Tempel, drei verschiedene Nekropolen, elf Brandgräber und ein Körpergrab der späten Bronzezeit, elf Körpergräber und ein Brandgrab der mittleren Latènezeit, 54 Körpergräber des Frühmittelalters (7. Jh.–8. Jh.) und eine neuzeitliche Bestattung eines Fohlens konnten dort ausgegraben und dokumentiert werden. Interessant sind die bis dato unbekannten Befundkomplexe vor allem, da sie eine erstaunliche zeitliche Kontinuität von Leben und Tod der Menschen auf engstem geografischem Raum liefern. Als besonders erkenntnisreich erweisen sich in diesem Zusammenhang die teilweise ungestörten, gut erhaltenen und reich ausgestatteten Bestattungen, die einen Zeitraum von 2300 Jahren abbilden.

Aufgrund der großen zeitlichen Streuung der Befunde und ihres unterschiedlichen Charakters kamen zwei parallel arbeitende Grabungsteams zum Einsatz. Eine Gruppe war ausschließlich für die Körpergräber zuständig, die andere für die Brandgräber und Siedlungsbefunde. In rund sieben Monaten konnte so eine Fläche von 2,96 ha unter teilweise verschneiten und schwierigen Witterungsverhältnissen bearbeitet werden.

Anteil der archäologischen Begleitung der Pro Arch Prospektion und Archäologie GmbH:

Zeitraum:Oktober 2019 bis April 2020
Arbeiten:Begleitung des Oberbodenabtrags sowie vollständige Ausgrabung von knapp 500 Befunden (Körpergräber, Brandgräber und Siedlungsbefunde), anthropologische Befundung der Skelette
Bearbeitete Gesamtfläche:2,96 ha
Grabungsteam:bis ca. 20 Personen in zwei Teams, zusätzlich zwei ehrenamtliche Mitarbeiter
Zeitalter:Bronzezeit, Urnenfelder-/Hallstattzeit, Latènezeit, römische Kaiserzeit, Frühmittelalter
Besonderheiten:Spezialisierte (qualitativ hochwertige) Ausgrabung und Dokumentation von ungestörten, gut erhaltenen und teilweise außergewöhnlich reich ausgestatteten Bestattungen im Winter bei schwierigen Witterungsbedingungen
Spezielle Methoden:Anthropologische Befundung von Skeletten, Blockbergung fragiler Funde mit Organikerhaltung, fotogrammetrische Dokumentation der Gräber und Flächendokumentation/Vermessung mittels Drohne
Organisatorische und wissenschaftliche Leitung:V. Planert, R. Münds-Lugauer

Projekt Gießereihalle MKKD

Die Landesfestung Ingolstadt blickt auf eine lange und geschichtsträchtige Entwicklung zurück. Dabei spielt die Gießereihalle für die archäologischen Untersuchungen des letzten Jahrzehnts die entscheidende Rolle, wurden im Bereich der ehemaligen K. B. Geschützgießerei und Geschossfabrik immerhin mehrere Projekte durchgeführt. Hervorzuheben sind vor allem die Ausgrabung „IN Gießereigelände“ mit der Maßnahmennummer M-2012-675-1 und „IN Gießereihalle MKKD“ mit der Nummer M-2012-2670-2. Eben jene Projekte, die einen Einblick in die verschiedenen Ausbaustufen eines Abschnitts der Landesfestung ab dem 16. Jh. (bastionäre und polygonale Festungsanlagen) sowie die industriezeitliche Nutzung des Areals geben. Für die Stadtkernarchäologie ergeben sich dabei immer wieder neue Herausforderungen, seien sie nun organisatorischer oder technischer Natur und somit auch immer wieder neue Lösungsansätze. Beispielhaft für diese Herausforderungen und die damit verbundenen Lösungen sind die fotogrammmetrische Dokumentation des industriezeitlichen Hallenbodens auf Planum 1 und auch die teilweise Dokumentation des Planums außerhalb der Halle mittels einer Drohne (UAV).

Da die archäologischen Arbeiten derzeit ruhen, sind weiterhin Fragen zur Entwicklung der Landesfestung ab dem 16. Jh. und der Gießereihalle des 19. Jh. offen.

Anteil der archäologischen Begleitung der Pro Arch Prospektion und Archäologie GmbH:

Zeitraum:seit Dezember 2012 (Projekt dauert an)
Arbeiten:Dokumentation von Planum 1 bis 4 sowie von Profilachsen entlang archäologisch wichtiger Abschnitte
Bearbeitete Gesamtfläche:ca. 3.500 m² pro Planum (bislang dokumentiert Planum 1 bis 4)
Grabungsteam:ca. 5 – 15 Personen
Zeitalter:Neuzeit, Moderne
Besonderheiten:Fotogrammmetrische Erfassung des industriezeitlichen Hallenbodens im Planum 1
Spezielle Methoden:Fotogrammmetrische Dokumentation des Hallenbodens und teilweise Dokumentation von Plana außerhalb der Halle mittels Drohne
Organisatorische und wissenschaftliche Leitung:S. Dembinski
Dr. U. Scholz
A. Steger
M. Flämig
  • Abbildung 1: Die Gießereihalle

  • Abbildung 2: Blick in die Halle vor der Anlage von Planum 1

  • Abbildung 3: Fotogrammmetrische Erfassung des Hallenbodens

  • Abbildung 4: Planums- und Profildokumentation nördlich der Halle sowie tachymetrische Erfassung

  • Abbildung 5: Anlage und Dokumentation des Planum 3 nördlich der Halle

  • Abbildung 6: Zeichnerische Dokumentation des Planums nördlich der Halle

Das Oppidum von Manching und der Fliegerhorst

Die Airbus Defence and Space GmbH plante, südöstlich des heutigen Marktes Manching und innerhalb der bekannten Keltensiedlung eine Logistikhalle zu errichten.  Bei der Fläche handelt es sich um ein 7,3 ha großes Gebiet am südlichen Rand des Oppidums. Hier wurden nicht nur zahlreiche Befunde aus der Laténe-Zeit angetroffen, sondern auch die Überreste eines Fliegerhorsts aus dem zweiten Weltkrieg. Das machte eine umfassende archäologische Begleitung und Dokumentation notwendig.

Die Arbeiten dauerten etwa ein Jahr (Oktober 2017 bis Oktober 2018). Sie wurden durch zwei Grabungsfirmen durchgeführt, der Pro Arch Prospektion und Archäologie GmbH und dem Archäologischen Büro Anzenberger & Leicht. Dabei führte die Pro Arch Prospektion und Archäologie GmbH den Oberbodenabtrag aus und stellte großflächig die Feinplanie her. Darüber hinaus wurden die weltkriegszeitlichen Überreste in Befund und Fund dokumentiert sowie nahezu die gesamte Fläche mit Drohnenaufnahmen fotogrammetrisch aufgenommen („Structure From Motion“). Die Arbeiten fanden in enger Zusammenarbeit u.a. mit den Denkmalschutzbehörden, der Kampfmittelbeseitigung, der Bauplanung und den Baufirmen statt.

Anteil der archäologischen Begleitung der Pro Arch Prospektion und Archäologie Prospektion und Archäologie GmbH:

Zeitraum:Oktober 2017 – Oktober 2018
Arbeiten:Begleitung des Oberbodenabtrags

Herstellung der Feinplanie

Fotogrammetrische Gesamtaufnahme durch Drohne

Dokumentation der Überreste des weltkriegszeitlichen Fliegerhorsts

Bearbeitete Gesamtfläche:ca. 7,3 ha
Grabungsteam:bis zu 9 Personen
Zeitalter:Latène, NZ (WK II)
Besonderheiten:Überbauung der Keltensiedlung durch den Militärflughafen; zahlreiche Störungen durch die Überreste der Gebäude selbst sowie die Bombardierung derselben Aufteilung der archäologischen Arbeiten in zwei Abschnitte: Oberbodenabtrag und Grabung
Funde:Alltagsgegenstände, Waffen und militärische Ausrüstung, Flugzeugteile, Munition, Einrichtungsteile und Abfall.
Spezielle Methoden:Fotogrammetrische Gesamtaufnahme durch „Structure From Motion“ via Drohnenbefliegung
Organisatorische und wissenschaftliche Leitung:M. Lindemeier
Dr. Jan Weinig
  • Abbildung 1: Herstellen der Feinplanie durch Pro Arch Prospektion und Archäologie GmbH

  • Abbildung 2: Herstellen der Feinplanie durch Pro Arch Prospektion und Archäologie GmbH

  • Abbildung 3: Herstellen der Feinplanie durch Pro Arch Prospektion und Archäologie GmbH im Hintergrund, Oberbodenabtrag im Vordergrund

  • Abbildung 4: Herrichten der Betonkomplexe für die Dokumentation

  • Abbildung 5: Überblicksbild mit der Drohne -Freigelegter Bereich links im Bild, Betonkomplexe links und im Hintergrund, Lagerplatz für Haufwerke rechts im Bild

  • Abbildung 6: Überblicksbild mit der Drohne – Freigelegter Bereich links im Bild, Betonkomplexe links und im Hintergrund, Lagerplatz für Haufwerke rechts im Bild

  • Abbildung 7: Oberbodenabtrag innerhalb eines Betonkomplexes

  • Abbildung 8: Auswahl an Waffen- und Waffenzubehörfunden

  • Abbildung 9: Stahlhelme, Armaturenbretter und weiteres

  • Abbildung 10: Zusammengesetzte fotogrammetrische Aufnahmen mit Verortung der Überreste des Militärflughafens

  • Abbildung 11: 3D-Modell eines Betonkomplexes

Pipeline: 150 km Trassengrabung

Im Zuge der Verlegung der Gasleitung der Open Grid Europe GmbH zwischen Schwandorf in der Oberpfalz und der Gemeinde Finsing, Lkr. Erding fand zwischen August 2016 bis Dezember 2018 eine umfassende archäologische und geoarchäologische Untersuchung der rund 150 km langen Trasse statt (Lineares Projekt „Loopleitung; Schwandoft – Forchheim-Finsing LSF/LFF“). Neben den bekannten Bodendenkmälern wurden auch bislang unbekannte Fundstellen archäologisch ausgegraben und dokumentiert.

Für diese riesige Aufgabe wurde die ARGE Archäologie von den Fachfirmen ADILO GmbH, BfAD Heyse GmbH, und der Pro Arch Prospektion und Archäologie GmbH gegründet. Jede der drei Fachfirmen hatte einen Teil der archäologischen Begleitung und Dokumentation der Trasse zu bewältigen.

Kerndaten GAS LFF 2017/18 Anteil der archäologischen Begleitung der Pro Arch Prospektion und Archäologie GmbH:

Zeitraum:August 2016 – Dezember 2018
Arbeiten:Begleitung des Oberbodenabtrags auf rund 40 km Länge. Archäologische Grabungen an 22 Fundstellen.

Höhepunkt: Mittelbronzezeitlicher Siedlungsbefund in der Donauaue bei Pförring.

Bearbeitete Gesamtfläche:ca. 120 ha
Grabungsteam:10 – 30 Personen
Zeitalter:Neolithikum, Mittlere Bronzezeit; Urnenfelderzeit; Eisenzeit; Mittelalter; Neuzeit
Organisatorische und wissenschaftliche Leitung:J. Gilhaus
S. Hornung

Kerndaten GAS LSF 2015/16 Anteil der archäologischen Begleitung der Pro Arch Prospektion und Archäologie GmbH:

Zeitraum:August 2016 – Dezember 2018
Arbeiten:Archäologische Grabungen an 8 Fundstellen.

Höhepunkt: Untersuchungen an Mittelalterlichen Bergbauschächten in der Oberpfalz

Bearbeitete Gesamtfläche:ca. 15 ha
Zeitalter:Mesolithikum, Eisenzeit, Mittelalter, Neuzeit
Organisatorische und wissenschaftliche Leitung:J. Gilhaus
Dr. Jan Weinig
  • Abbildung 1: Trassenpanorama im Frühjahr

  • Abbildung 2: Laufender Oberbodenabtrag im Winter.

  • Abbildung 3: Mitarbeiter Nehmen einen Befund auf.

  • Abbildung 4: Die Trasse schneidet ein Waldstück in der Hallertau.

  • Abbildung 5: Teil des Grabungsteams GAS LFF 2017/2018

  • Abbildung 6: Verlauf der GAS LFF 2016/17

  • Abbildung 7: Der erste Spatenstich für das Trassenprojekt GAS LFF 2017/2018

Projekt B16 östlich Weichering 2016/17

Im Zuge der Erweiterung der Bundesstraße 16 auf drei Spuren östlich von Weichering wurden von November 2016 bis Oktober 2017 fünf Abschnitte archäologisch untersucht. Das Grabungsareal lag südlich der Donau an der Grenze von Donauaue und Auenwald. Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage an einem der wichtigsten Flüsse Mitteleuropas sowie der hochwasserfreien Flussnähe stellte dieses Gebiet schon seit der Vorgeschichte eine beliebte Siedlungslandschaft dar.

Bereits im Jahr 1992 waren bei Bauarbeiten an der B16 und nachfolgenden Baumaßnahmen in einem nahe gelegenen Gewerbegebiet interessante archäologische Funde in diesem Gebiet gemacht worden. Damals wurden jungsteinzeitliche bis frühbronzezeitliche Gräber sowie eine Straße und eine Siedlung der römischen Kaiserzeit entdeckt. Ferner wurden weitere vorgeschichtliche Siedlungsbefunde und Bestattungen bekannt.

Das hier 1991 ausgegrabene Gräberfeld der Glockenbecherkultur stellte sich als eines der größten in Bayern heraus. Die römische Siedlung kann als frühkaiserzeitlicher Gutshof gedeutet werden. Die jüngste und umfangreichste Grabung von 2016 und 2017 konnte den Wissensstand erheblich erweitern und erbrachte wertvolle neue Erkenntnisse zu bisher unbekannten Siedlungen und Bestattungen unterschiedlicher Zeitstellungen.

Anteil der archäologischen Begleitung der Pro Arch Prospektion und Archäologie GmbH:

Projektform:Linear; Flächengrabung
Zeitraum:November 2016 – Oktober 2017
Arbeiten:Begleitung des Oberbodenabtrags

archäologische Grabungen in 5 Flächen

konservatorische Überdeckung einzelner Bereiche und Befunde

Bearbeitete Gesamtfläche:ca. 2,4 ha
Grabungsteam:ca. 7 – 10 Mitarbeiter
Zeitalter:Neolithikum, Bronzezeit, Urnenfelderzeit, Hallstattzeit, Latènezeit, Römische Kaiserzeit, Völkerwanderungszeit, Mittelalter, Neuzeit
Besonderheiten:Römischer Gutshof, Bestattungen der Glockenbecherkultur, Urnenfelderzeitliche Bestattungen, Bestattung der Schnurkeramik
Funde:u.a. Römische Reiterfibel, diverse Bronzenadelfragmente, überschliffenes Feuersteinbeil, Armringe, Fingerringe u. Halsring aus Bronze
Organisatorische und wissenschaftliche Leitung:Dr. Jan Weinig
R. Münds M.A.
V. Planert B.A.Hons.
S. Hornung M.A.
  • Abbildung 1: Schnurkeramische Bestattung mit Silexbeil

  • Abbildung 2: Schnurkeramische Bestattung mit Silexbeil

  • Abbildung 3: Bronzebeigaben einer urnenfelderzeitlichen Bestattung

  • Abbildung 4: römische Fibeln

  • Abbildung 5: Mitarbeiter beim Schneiden und Dokumentieren von Befunden.

  • Abbildung 6: Grabungsleiterin bei der Aufnahme eines Glockenbechergrabes.

  • Abbildung 7: Grabungsmannschaft bei der Ausgrabung und Dokumentation von Befunden.

KIP Verwaltung GmbH

Der Bau eines Hallenkomplexes im Zentrum des Interparks bei Kösching, Lkr. Eichstätt machte umfassende archäologische Untersuchungen nötig. Aufgrund der großen Menge an Befunden (2268 Befunde, darunter 152 Gräber) wurde beschlossen, drei Grabungsteams einzusetzen, die jeweils für unterschiedliche Grabungsabschnitte zuständig waren.

Die archäologischen Arbeiten an der 11 Hektar großen Fläche fanden zwischen Mai und Dezember 2016 statt (BV KIP Verwaltung GmbH)

Projektform:Gewerbliches Bauvorhaben; Hallenkomplex
Zeitraum:Mai 2016 – Dezember 2016
Arbeiten:Begleitung des Oberbodenabtrags

archäologische Grabungen

Bearbeitete Gesamtfläche:11 ha
Grabungsteam:25 – 60 Personen
Zeitalter:Jungneolithikum, Endneolithikum, frühe Bronzezeit, späte Bronzezeit, Urnenfelderzeit, Hallstattzeit, römische Kaiserzeit, Spätantike
Besonderheiten:Erdwerk des Jungneolithikums

Siedlung der frühen Bronzezeit mit Feuchtbodenerhaltung

Kastenbrunnen der späten Bronzezeit, der Urnenfelderzeit und der Hallstattzeit

Herrenhof der frühen Hallstattzeit

Kreisgräben und Grabenwerk der Hallstattzeit

Straße und Heiligtum der römischen Kaiserzeit

Körpergräber des Endneolithikums und der Spätantike

Brandbestattungen der späten Bronzezeit, der Urnenfelderzeit und der römischen Kaiserzeit

Funde:Bronzefunde (Messer, Nadeln, etc.), Grabkeramiken
Spezielle Methoden:Fotogrammetrien sämtlicher Bestattungen und anderer herausragender Siedlungsbefunde
Organisatorische und wissenschaftliche Leitung:C. Fiedler
R. Münds-Lugauer
T. Riegg
  • Abbildung 1: Plan der Grabungsfläche

  • Abbildung 2: Eisenzeitlicher Kastenbrunnen

  • Abbildung 3: Urnenbestattung der Urnenfelderzeit mit mitteldonauländischer Keramik

  • Abbildung 4: Sichel des Spätneolithikums (Altheimer Kultur)

  • Abbildung 5: Grabungsarbeiten

Kammergrab in Pförring

Die archäologischen Arbeiten bei der Erschließung eines Baugebiets nordwestlich von Pförring, Landkreis Eichstätt, fanden zwischen März 2016 und März 2017 statt. Die meisten untersuchten Befunde waren Siedlungsreste der jüngeren römischen Kaiserzeit – was zu erwarten war, denn es handelte sich um ein bekanntes Bodendenkmal. Gefunden wurden Reste von Holzpfostenbauten, Grubenhäuser, Grubenkomplexe, Grabenwerke und ein aus zwei bis drei Darren bestehender Steinbefund.

Die Grabung hielt jedoch auch Überraschungen bereit: fundreiche Siedlungsgruben der frühen Bronzezeit sowie ein außergewöhnlich reiches und hervorragend erhaltenes Kammergrab der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts. Darin war eine reich geschmückte junge Frau auf einem Bett in einer großen aus Holzbrettern gezimmerten Kammer bestattet worden. Zahlreiche Beigaben waren neben ihr auf zwei Ebenen arrangiert. Sie legen nahe, dass die Frau der sozialen Oberschicht angehörte und dass die Bewohner Pförrings im 5. Jahrhundert n. Chr. weitreichende Kontakte innerhalb und außerhalb des zusammenbrechenden römischen Reichs pflegten.

Projektform:Erschließung eines Neubaugebiets
Zeitraum:März 2016 – März 2017
Arbeiten:Begleitung des Oberbodenabtrags

Archäologische Ausgrabung von insgesamt 499 Siedlungsbefunden

Archäologische Ausgrabung eines Sonderbefunds – Kammergrab

Grabungsteam:10 Personen
Zeitalter:Frühe Bronzezeit (2200 bis 2000 v. Chr.)

Jüngere Römische Kaiserzeit (2. bis 5. Jh. Chr.)

Besonderheiten:Ein Kammergrab der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts und eine dazugehörige Siedlung
Funde:Frühbronzezeitliche Grube – Aunjetitzer Tassen, Getreidereste

„Germanische“ Siedlung – Fragmente von Bronzegefäßen, Silberschmuck, Bronzeschmuck, Münzen, Waffen, Kämme und Nadeln, Glasperlen, römische Importware (Terra Sigillata) und einheimische Keramik

Kammergrab – zahlreiche hochwertige Funde unterschiedlicher Herkunft u.a. vergoldete Silberpressblechbeschläge als Kopfschmuck, umfangreiches Gürtelgehänge, Bronzefibeln, Perlenketten aus Glas, Bernstein und Koralle, ein Goldring mit Glasdublette, Keramik- und Glasgefäße, Holztruhen, Kästchen und Gefäße, ein Webschwert und ein Dreilagenkamm

Spezielle Methoden:Kammergrab – SFM Modelle (3D-fotogrammetrische Aufnahme) und Blockbergungen
Organisatorische und wissenschaftliche Leitung:V. Planert (Kammergrab)

L. Huth und L. Pappschek (Siedlung)

  • Abbildung 1: Dokumentation des Kammergrabs durch 3D Fotogrammetrie.

  • Abbildung 2: Digital und händisch erzeugte Zeichnung des Schmucks im Kammergrab.

  • Abbildung 3: Grabungssituation Kammergrab nach Unwetter.

  • Abbildung 4: Fotografische Dokumentation des Kammergrabs

  • Abbildung 5: Freilegen des Kammergrabs

  • Abbildung 6: Zeichnerische Dokumentation der Profile im Kammergrab

  • Abbildung 7: Drohnenaufnahme Siedlungsbefunde der römischen Kaiserzeit.

Literaturauswahl

2019/2020

Rituell oder profan? Ein bronzezeitlicher Fundplatz in der bayerischen Donau-Aue. Mit Beiträgen von Jana Hlavata & Peter Apiar (Archäobotanik), Britta Kopecky-Hermanns & Christian Tinapp (Bodenkunde, Geoarchäologie), C. Sebastian Sommer & Martin Höhner (Vorworte). Archäologische Quellen 4. Heidelberg 2020. (Hornung/Gilhaus/Glunz-Hüsken).

Gold in Großmehring – Eine metallzeitliche Siedlungskammer im Spannungsfeld zwischen Nord und Süd. Landkreis Eichstätt, Oberbayern. Arch. Jahr Bayern 2019. (Glunz-Hüsken/Münds-Lugauer).

Eine mesolithische Freilandstation und metallzeitliche Siedlungen an der Sandstraße. Stadt Beilngries, Landkreis Eichstätt, Oberbayern. Arch. Jahr Bayern 2019. (Weinig/Planert).

Von der Latènezeit bis ins Frühmittelalter – ein archäologisches Jahrtausend zwischen Weisingen und Holzheim. Gemeinde Holzheim, Landkreis Dillingen an der Donau, Schwaben. Arch. Jahr Bayern 2019 (Spišák/Planert).

2019

Prähistorische Zeugnisse verstehen: Brandgräber der älteren Urnenfelderzeit bei Neuching. Außergewöhnliche Befunde im Licht religiöser Deutung. Denkmalpflege Informationen des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege 171, 2019, 12-16. (Glunz-Hüsken/Kopecky-Hermanns/Tinapp)

2018/2019

Späturnenfelderzeitliche Gräber von Etting, Stadt Ingolstadt, Oberbayern. Arch. Jahr Bayern 2018, 53-55. (Glunz-Hüsken)

Brandopfer im Donautal? Eine bronzezeitliche Siedlung nahe Gaden bei Pförring, Gde. Pförring, Lkr. Eichstätt, Oberbayern. Arch Jahr. Bayern 2018, 41-43. (Gilhaus/Glunz-Hüsken/Hornung/Kopecky-Hermanns/Tinapp)

Ein spätbronzezeitliches Gräberfeld an der B 16 bei Feldkirchen. Arch. Jahr Bayern 2018, 47-49. (Münds-Lugauer)

Restaurierungsbericht des BLfD (Gasteiger/Kampe): Die große Dame aus Pförring. Reich geschmückt – fein visualisiert. Denkmalpflege Informationen des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege 169, 2018, 41-45. (Grabung Planert)

2018/2019

Späturnenfelderzeitliche Gräber von Etting, Stadt Ingolstadt, Oberbayern. Arch. Jahr Bayern 2018, 53-55. (Glunz-Hüsken)

Brandopfer im Donautal? Eine bronzezeitliche Siedlung nahe Gaden bei Pförring, Gde. Pförring, Lkr. Eichstätt, Oberbayern. Arch Jahr. Bayern 2018, 41-43. (Gilhaus/Glunz-Hüsken/Hornung/Kopecky-Hermanns/Tinapp)

Ein spätbronzezeitliches Gräberfeld an der B 16 bei Feldkirchen. Arch. Jahr Bayern 2018, 47-49. (Münds-Lugauer)

2016/2017

Tempel für die Ahnen? – Gebäude am Rand des hallstattzeitlichen Gräberfeldes von Dietfurt a. d. Altmühl. Arch. Jahr Bayern 2017, 43-46. (Münds-Lugauer/Riegg).

Sebastian Hornung, Vera Planert, An der b16 bei Weichering – Von der Jungsteinzeit bis zu den Römern: Gräber, Siedlungen und ein Gutshof. Arch. Jahr Bayern 2017, 64-66. (Hornung/Planert)

Flanieren im Grenzbereich: Vor und hinter den Stadtmauern in Bamberg, Arch. Jahr Bayern 2017, 147-149. (Heckendorff).

Soziale Oberschichten am Rande des Imperiums. Das spätkaiserzeitliche Kammergrab von Pförring, Lkr. Eichstätt. In: Bayerische Archäologie. Das archäologische Magazin aus Bayern 2017/3, 28-33 (Planert)

Ausgrabungen auf Burg Falkenstein, Lkr. Rosenheim (Ernst)

Grabungsfotos vom Gießereigelände. In: R. Sandner, Festungsarchäologie – Zum Stand der archäologischen Untersuchungen auf dem Ingolstädter Gießereigelände. Sammelbl. Hist. Ver. Ingolstadt 126, 2017, 261-276.

2015/2016

Ein Mikrokosmos der Menscheitsgeschichte im „Interpark“ bei Kösching. Arch. Jahr Bayern 2016, 52-55. (Fiedler/Münds/Riegg)

Am Rande des Imperiums – das spätkaiserzeitliche Kammergrab von Pförring, Landkreis Eichstätt, Oberbayern. Arch. Jahr Bayern 2016, 97-99. (Fehr/Planert)

Am Rande der Eichstätter Domburg – Frühstädtische Siedlungsentwicklung am Domplatz. Arch. Jahr Bayern 2016, 133-135. (Steger)

2013/2014

Eine Siedlung am Übergang Späthallstatt – Frühlatène – Ausgrabungen im „InTerPark“ bei Kösching. Arch. Jahr Bayern 2014, 59-60. (Fiedler/Riegg/Kropf).

Von den Slawen zu den Franziskanern – Ausgrabungen im Kloster St. Anton in Forchheim. Arch. Jahr Bayern 2014, 92-94. (Ernst)

Zwischen Römermühle und Landesfestung – Reiche Fundlandschaft um Etting. Arch. Jahr Bayern 2014, 98-100. (Strobl).

2012/2013

Eine Siedlung der Münchshöfer Kultur in Wolnzach. Arch. Jahr Bayern 2012, 22-23. (Münds)

Ein vorgeschichtlicher Fest- und Ritualplatz in Eichdorf. Arch. Jahr Bayern 2012, 55-56. (Kreiner/Riegg)

Darunter ein Hahnenhof – Überraschungen beim Ingobräu Bauabschnitt II in Ingolstadt. Arch. Jahr Bayern 2012, 172-174. (Weinig/Heckendorff)

2011/2012

Der Garten des Jesuitenkollegiums – Eine Flächengrabung im Münchner Stadtkern. Arch. Jahr Bayern 2012, 169-170. (Ernst)

Darunter ein Sommerbauernhof – Überraschungen beim Ingobräu in Ingolstadt. Arch. Jahr Bayern 2012, 156-157. (Weinig)

Bericht des BLfD in den Denkmalpflege Informationen 152, 2012 über die Pro Arch-Grabungen auf dem Ingolstädter Gießereigelände: Von Eseln und Schimmeln. Archäologische Ausgrabungen im Bereich der Ingolstädter Festungsanlagen.

2010/2011

Eine Münchshöfener Mehrfachbestattung in Kösching. Arch. Jahr Bayern 2011, 26-28. (Weinig)

Bilddokumente der Pro Arch-Grabung in Ingolstadt Ludwigstr. 12:
In: Bedeutung der Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit in der Denkmalpflege Ein Podiumsgespräch auf der Tagung „Bodendenkmal und Archäologie in Oberbayern“ am 19./20. November 2010  im Barocksaal des Stadtmuseums Ingolstadt. Denkmalpflege Informationen 148, 2011, 6-9.

1998/1999

Die römische Mühle im Landgut von Etting. Flur „Zellau“. Arch. Jahr Bayern 1999, 54-56. (Hüssen/Litzel)

1995

Der urnenfelder- und hallstattzeitliche Friedhof von Mailing, „Schindergrubäcker“. Arch. Jahr Bayern 1995, 63-65. (Malcher/Weinig).